Nachbericht zum 1. Social Innovation & Entrepreneurship Camp

So war unser 1. Social Innovation & Entrepreneurship Camp an der Folkwang Universität der Künste in Essen

Vom 01. bis 03. Dezember 2016 haben wir unser erstes Social Entrepreneurship Camp an der Folkwang Universität der Künste in Essen und zudem auch unser allererstes Social Innovation Camp überhaupt durchgeführt. Warum Innovation? Rund 30 Studierende aus den Fachbereichen Gestaltung und Musik haben teilgenommen, um zu erfahren, wie man soziale Herausforderungen unternehmerisch angeht und wie diese kreativ und innovativ gelöst werden können. Außerdem mit dabei: Zahlreiche Speaker aus der Praxis, die den Studierenden aus ihrer eigenen Erfahrung vermittelt haben, worauf es ankommt, wenn man ein Sozialunternehmen gründen und aufbauen möchte.

Tag 1 – Donnerstag, 01. Dezember 2016

Carsten Lessmann gab den Studierenden zu Beginn am Donnerstag, einen Einblick in die Thematik. Dabei führte er das Beispiel der Grameen Bank von Friedensnobelpreisträger Mohammad Yunus an. Durch die Gründung wurden Mikro-Kredite für Kleinbauern vergeben und ein gesellschaftliches Problem gelöst.

Social Entrepreneurship Camp an der Folkwang Uni in Essen

Carsten Lessmann beim Camp am Donnerstag.

Danach ging es direkt in die Praxisphase und Lena Wiewell von Tausche Bildung für Wohnen e.V. erläuterte sehr verständlich, wie durch ein innovatives „Win-Win-Projekt“, mit Kindern in dem benachteiligten Stadtteil Duisburg-Marxloh gelernt wird. Das Prinzip darin besteht, dass einige der Paten ihr Wissen in Form von Nachhilfeunterricht an die Kinder weitergeben und dafür umsonst in den Wohnungen des Vereins wohnen können.

Um den Teilnehmenden zu zeigen, dass es vor allem zu Beginn noch viele offene Fragen und Herausforderungen sowie Motivationstiefs gibt, stellte Josefine Liebing ihr Projekt TalentStube vor, mit dem sie noch am Anfang steht. Josefine ist mit ihrer Mitgründerin im Projekt im Social Impact Lab Frankfurt und will sich durch eine Online-Plattform für ein Grundeinkommen für Künstler einsetzen. Nach der Teamfindung und Fokussierung in den Arbeitsgruppen beendeten wir den ersten Tag.

Tag 2 – Freitag, 02. Dezember 2016

Am Freitag haben wir uns gemeinsam mit den Studierenden das Business Model Canvas angesehen. Dies ist die Basis für die Ideengenerierung in den Arbeitsgruppen und Grundlage für die Pitches am Samstag. Wir waren sehr gespannt auf die Ideen der Studierenden.

Social Entrepreneurship Camp Folkwang Uni

Mittagspause – Kleine Stärkung für alle!

Nach dieser Einführung hat Steffen Preuss über Ichó Systems, einem Social-Start-up zum besseren Umgang mit demenzkranken Menschen, berichtet. D as Gründerteam hat einen Therapieball entwickelt, welcher durch Reizstimulation über verschiedene Impulse die Wahrnehmung und psychomotorische Entwicklung fördert.

Aber neben den praxisnahen Beispielen, ist die Sicht aus Geldgeberseite natürlich auch wichtig. Was muss ich beachten, damit mein Projekt gefördert wird? Welche Möglichkeiten habe ich? Diese und viele weitere Fragen beantwortete Kristina Bohnstedt von der auridis gGmbH, die Projekte der frühkindlichen Entwicklung unterstützen und ebenfalls Anforderungen haben, die bei der grundsätzlichen Fördermittelbeantragung wichtig sind.

Anschließend, nach dem Mittag und den Arbeitsphasen, ging es weiter mit Annette Wolter von innatura. Ein wirklich gutes Beispiel für ein Sozialunternehmen. Denn die Innatura gGmbH nimmt falsch etikettierte Produkte, überschüssige oder vom Markt genommene Produkte an sich und vermittelt diese weiter an Hilfsorganisationen in der ganzen Welt. Für diese Vermittlung bezahlen die Organisationen eine Gebühr, damit sich innatura selber tragen kann. Also ein durchaus sozial-unternehmerisches Vorgehen. Den letzten Beitrag am Freitag lieferte Dr. Martina Köchling von der KfW-Stiftung, die unter anderem das Social Impact Lab Frankfurt und das Projekt Andersgründer fördern. Nach einem intensiven, arbeitsreichen Tag, bereiteten sich die Studierenden auf den letzten Tag vor, an dem ihre Ideen gepitcht wurden.

Tag 3 – Samstag, 03. Dezember 2016

Unser letzter Tag an der Folkwang Universität der Künste startete mit Benedikt Brester, Co-Gründer vom Impact Hub Ruhrgebiet. Die Idee des Impact Hubs ist es, eine Begegnungsstätte für Start-ups und Unternehmen zu sein. Neben Co-Working-Plätzen, gibt es Events, Vernetzungen zu anderen Hubs und Kontakte zu Unternehmen. „Das gute an Social Entrepreneurship ist Entrepreneurship“, so Ben.

Die Studierenden an der Folkwang Uni Essen

Tolle Arbeitsatmosphäre an der Folkwang Uni!

Nach dem letzten Endspurt und der Vorbereitung für die einzelnen Pitches der insgesamt 9 Arbeitsgruppen, berichtete Clemens Binder vom Social Impact Lab Duisburg noch über die Szene, die Community und die Arbeit im Lab. Dabei war interessant, dass die Studierenden mit ihren entwickelten Ideen eingeladen sind, ihre sozialen Geschäftsmodelle dort vorzustellen, um dann möglicherweise ein Stipendium im Lab zu erhalten. Das wäre natürlich wunderbar, wenn wir mit unserem Camp die Studierenden weiter in der Umsetzung fördern könnten!

Die Gestalter, (Kommunikations-)Designer und Grafiker haben zum Schluss ihre Ideen, die sie während des Camps entwickelt haben, in Form von Elevator-Pitches vorgestellt. Von der Weiterverwendung von aufgebrauchtem Spielzeug über Urban Farming und gamifizierte Bluthochdruck-Bekämpfung bis hin zu einem Portal für Hochzeitsringe aus fairen Materialien, ein Stadtmagazin für positiven Journalismus und Upcycling von Sperrmüll, waren wirklich sehr interessante und vielseitige Ideen dabei. Dabei haben wir uns sehr über die wirklich gute Jurybesetzung gefreut. Unser neuer Social-Business-Angel Lutz Mehlhorn, Gründer Stephan de la Pená, die wissenschaftliche Mitarbeiterin Katharina Umbach sowie Clemens Binder und Bendikt Brester haben neben Hilfswerft Co-Gründer Carsten Lessmann, wirklich eindrucksvolles und hilfreiches Feedback gegeben.

 

Wir haben uns sehr gefreut, das Camp durchzuführen. Alle Studierenden haben sich eingebracht und selbst soziale Geschäftsmodelle entwickelt und vorgestellt. Unser herzlichster Dank geht an die Speaker und Juryteilnehmer, für den wertvollen Input sowie die Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen für die gute Mitarbeit und tollen Ergebnisse.

Bei Fragen oder Anregungen, gerne Info an janine@hilfswerft.de.

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