Social Entrepreneurship

Was ist Social Entrepreneurship?

Cloudtag Social Entrepreurship deutsch

Es gibt keine einheitliche Definition von Social Entrepreneurship beziehungsweise Social Enterprises als Akteure. Je nach Schwerpunkt und Ausrichtung werden andere Definitionen gewählt. Oft werden Eigenschaften wie innovativ, unternehmerisch, einkommensgenerierend und gesellschaftsorientiert genannt (Schmitz und Scheuerle 2013).Wir wollen auf dieser Seite beschreiben, welche Definitionen national wie international geläufig sind. Am Ende finden sich die passenden wissenschaftlichen Quellen zu den einzelnen Aussagen.

Doch wer auf eine schnellen Beantwortung der Frage aus ist, bekommt zunächst unser Verständnis von einer Social Enterprise in Deutschland. Es ist eine Fusion aus vielen Punkt, die uns im weiteren Text wichtig erscheinen. Unter Social Entrepreneurship verstehen wir dann alle Aktivitäten, welche Social Entrepreneur*innen und ihr Ökosystem berühren.

Kriterien für Social Enterprises

Dabei achten wir vor allem auf eine praktische Handhabbarkeit. Wie bei den weiteren Erläuterungen noch ersichtlich wird, lassen viele Definitionen hier zu wünschen übrig. Daher kann die Definition auch als eine Art Checkliste verstanden werden, deren Aspekte abzuhaken sind. Wie überall gibt es jedoch zu dieser Regel zahlreiche Ausnahmen. Und so haben auch wir nicht selten Schwierigkeiten, ohne im direkten Kontakt mit den Innovator*innen zu sein, eine Organisation einzuschätzen. Was ist beispielsweise eine Innovation und was ist keine mehr? Werden lange am Markt befindliche Social Enterprises irgendwann einfach von der Liste gestrichen, da das „neuartige“ fehlt? Daher sollte die Definition auch nicht davon abhalten, das eigene Vorhaben in die Tat umzusetzen. Am Ende kommt es auf die gemeinsam erreichte Wirkung an.

Die Kriterien angewandt auf das Beispiel Hilfswerft

Die Hilfswerft ist nach eigener Einschätzung eine Social Enterprise, denn:

1) Sie trägt in ihrem Ursprung hauptsächlich zu SDG 4, 11 und 12 bei.

2) Leistungen wie Helden der Heimat, Social Entrepreneurship Camps oder Plakate bietet sie auf dem freien Markt an.

3) Der Verwendungszweck von Gewinnen ist durch die Gemeinnützigkeit gegeben.

4) Alle Einnahmen werden nicht durch leistungsunabhängige Spenden oder staatliche Subventionen erwirtschaftet.

5) Der Prozess zur Erstellung von Wirkungsindikatoren ist im Gange.

6) Die Innovation liegt in der Verknüpfung digitaler und analoger Umsetzungskonzepte mit viel Praxisbezug. Die Ausrichtung erfolgt dabei am Bestreben, Teilnehmende ihre Selbstwirksamkeit erfahrbar zu machen. Außerdem wird mit der Aktivierung zu Social Entrepreneurship per se an einem innovativen Feld gearbeitet. Die Hilfswerft ist ein Unternehmen und nutzt daher auch unternehmerische Kennzahlen wie Instrumente. Ökologische Nachhaltigkeit wird bei Formatinhalten, aber auch in der Büroarbeit (Stromanbieter, Recycling-Papier, etc.) berücksichtigt.

7) Flache Hierarchien, viel Eigenverantwortung selbst bei Werkstudierenden, sowie ein gemeinsam entwickeltes Lohnmodell erfüllen diesen Punkt.

8) Die Hilfswerft unterstützt den SEND e.V. als Mitglied. Sie bietet in Bremen analoge und digitale Plattformen zur Vernetzung und unterstützt Gründungsvorhaben bei konkreten Anliegen (z.B. Cup2Date). Organisationen mit ähnlichem Interessenfeld ist man freundschaftlich verbunden (Futurepreneur, Baut Eure Zukunft, etc.).

9) Die Hilfswerft ist eine Organisation, sie ist eine gGmbH.

10) Man braucht beispielsweise kein Social Entrepreneurship Camp mehr, wenn in allen gründungssensiblen Studiengängen Social Entrepreneurship ausreichend behandelt wird.

Geschichtliche Aufteilung in zwei Schulen

Der Begriff Social Entrepreneurship wurde von Bill Drayton in den 1980ern Jahren geprägt (Light 2009). Drayton gründete die Organisation Ashoka, welche bis heute Sozialunternehmer*innen auf der ganzen Welt unter anderem mit Stipendien unterstützt. Erst in den 1990ern löste der Begriff andere Optionen endgültig ab (Stein 2008).  Ein weiterer Anlass zur Entwicklung des Konzepts lag aber auch in der Notwendigkeit, neue Alternativen der Einnahmengewinnung für NGOs zu finden (Defourny und Nyssens 2010). Denn der Staat kürzte die Gelder für den Dritten Sektor erheblich (ebd.)   Diese zwei Entwicklung spiegeln sich auch in den zwei amerikanischen Denkschulen des SocEnt-Konzepts wider (Dees und Anderson 2006).

Die Social Enterprise School of Thought stellt die Einkommensgenerierung von klassischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen. Durch eine schwache staatliche Finanzierung müssen solche Organisationen in den USA nach eigenen Wegen der Geldakquise suchen. Dem gegenüberstellt ist die Social Innovation School of Thought. Zu den Vordenkern gehört auch hier wieder Bill Drayton. In dieser Schule liegt der Fokus nicht auf den verwendeten Mittel oder Ressourcen, sondern auf dem Ziel, welches mit sozialen Innovationen zu erreichen versucht wird.

Häufigste Definitionen in der internationalen Social Entrepreneurship ForschungDenkschulen im Social Entrepreneurship

Die Social Innovation School of Thought ist verbreiteter. Elena Mostovova stellte bei der Konferenz G-Forum 2017 ihre noch unveröffentlichte empirische Analyse vor: Die in peer-reviewten englischsprachigen Journals am häufigsten verwendeten Definition haben jeweils das Ergebnis und nicht die Mittelgenerierung im Fokus. Die Definitionen von Dees, Mair und Marti oder Austin et al. werden dabei am häufigsten verwendet:

Dees: Social entrepreneurs play the role of change agents in the social sector, by:
– Adopting a mission to create and sustain social value (not just private value)
– Recognizing and relentlessly pursuing new opportunities to serve that mission,
– Engaging in a process of continuous innovation, adaptation, and learning,
– Acting boldly without being limited by resources currently in hand, and
– Exhibiting heightened accountability to the constituencies served and for the outcomes created. (Dees 2001)

Mair / Marti: We view social entrepreneurship broadly, as a process involving the innovative use and combination of resources to pursue opportunities to catalyze social change and/or address social needs. (Mair und Martí 2006)

Austin et al.: We define social entrepreneurship as innovative, social value creating activity that can occur within or across the nonprofit, business, or government sectors. (Austin et al. 2006)

Letztendlich soll jedoch schon nach Dees eine Zerschmelzung beider Schulen stattfinden, um sich auf die Generierung von sozialen Innovationen mit unternehmerischen Ansätzen zu konzentrieren („enterprising social innovation“).

In eine gänzlich andere Richtung gehen Martin und Osberg (2007). Hier wird eine eher systemische Perspektive eingenommen. Die Nennung soll zeigen, wie unterschiedlich an das Phänomen Social Entrepreneurship herangegangen werden kann:

Martin und Osberg: We define social entrepreneurship as having the following three components:

(I) ldentifying a stable but inherently unjust equilibrium that causes the exclusion, marginalization. or suffering of a segment of humanity that lacks the financial means or political clout to achieve any transformative benefit on its own.
(2) ldentifying an opportunity in this unjust equilibrium, developing a social value proposition, and bringing to bear inspiration, creativity, direct action, courage, and fortitude, thereby challenging the state’s hegemony; and
(3) forging a new, stable equilibrium that releases trapped potential or alleviates the suffering of the targeted group, and through imitation and the creatian of a stable ecosystem around the new equilibrium ensuring a better future for the targeted group and even society at !arge. (Martin und Osberg 2007)

Verständnis von Social Entrepreneurship auf europäischer Ebene

Während in den USA Stiftungen und Veränderungen in der öffentlichen Finanzierung Grund für die Entstehung von Social Enterprises waren, fand dies in Europa eher durch Kooperativen und Arbeitsintegrationsbemühungen statt. Die Working Integration Social Enterprises (WISE) waren auch der Anlass, dass in einigen Ländern Gesetze für Sozialunternehmertum verabschiedet wurden  (Defourny und Nyssens 2010). Erst 1996, mit der Initiierung des Forschungsnetzwerks “L’EMergence de l’Entreprise Sociale en Europe” (EMES; etwa: Das Aufkommen von Sozialunternehmen in Europa) erfolgte auch in Europa ein großangelegter Versuch, sich das Social Entrepreneurship-Feld zu erschließen. Im Vergleich zu den USA lässt sich vor allem in der Herkunft und in der Rolle des Staates Unterschiede in der Entwicklung des Social Entrepreneurship-Verständnisses feststellen. EMES ist zwar eher der Social Innovation School of Thought zuzurechnen, versucht jedoch auch der Einkommensgenerierung gerecht zu werden. Zusätzlich wurde den Forschern klar, dass das Thema Governance ein europaspezifischer Differenzierungspunkt zu sein scheint und berücksichtigt werden sollte. Daraus ergaben sich neun Kriterien in der ökonomischen, gesellschaftlichen und governance-orientierten Dimension, die ein idealtypisches Sozialunternehmen ausmachen:

Social Entreprneurship Dimensionen nach EMES

Die Social Business Initiative dampft diese Punkte auf das Essentielle ein und definiert Social Enterprises als

– Those for who the social or societal objective of the common good is the reason for the commercial activity, often in the form of a high level of social innovation
– Those whose profits are mainly reinvested to achieve this social objective
– Those where the method of organisation or the ownership system reflects the enterprise’s mission, using democratic or participatory principles or focusing on social justice

Die Initiative sieht die Schwerpunkte der Arbeit von Social Enterprises im Bereich der Arbeitsintegration, persönliche soziale Dienstleistungen und der lokalen Entwicklung von benachteiligten geographischen Gebieten. Aber auch ökologische Bereiche werden eingeschlossen. Ebenso wie die Bewahrung von (Amateur-)Sport, Kultur oder Kunst, was den Begriff in diesem Fall schon wieder zu verwässern droht.

Die Europäische Union (Europäische Kommission 2014) empfiehlt eine Betrachtung mit verschiedenen Familien von Social Enterprises: Genossenschaften, Wohlfahrtsorganisationen, Operative Stiftungen, Vereine, Freiwilligendienste/-Agenturen, Sozio-kulturelle Zentren, Selbsthilfeunternehmen, Selbstverwaltete Betriebe, Nachbarschafts-/Gemeinwesenbetriebe, Integrationsbetriebe, Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften (WISE), New-Style Social Enterprises [s. unten]). Dabei spielen die geschichtliche Herleitung, die eigene Organisationsidentität, die Struktur und die Ziele eine Rolle. Auch dieses Verständnis ist sehr breit gedacht.

Aktuelle Entwicklungen werfen ihre Schatten voraus. Zur Zeit werden Bemühungen registriert, den Status einer „European Social Enterprise“ auch auf EU-Ebene gesetzlich zu definieren.

Social Entrepreneurship in Deutschland

Social Entrepreneurship schlug in Deutschland im Vergleich zu den Vereinigten Staaten einen anderen Weg ein, da hier der historisch gewachsene Sozialstaat, sowie die mächtigen Kirchen und Wohlfahrtsverbände die Entwicklung prägten (Europäische Kommission 2014; Heinze et al. 2011; Schwarz 2014). Die traditionellen Institutionen sehen die neuen Akteure dabei durchaus auch als Konkurrenz (Borzaga und Galera 2016, 17). Zumindest haben die gleichzeitige Existenz jener Akteure den Effekt, dass die Grenze zwischen Social Enterprises und ähnlichen Organisationsformen fließend ist. Eine weitere Hürde für Social Enterprises ist die im Deutschen naheliegende Übersetzung „sozial“. Sie trifft jedenfalls nicht den Kern, vielmehr ist „social“ eher als „gemeinwohlorientiert“ (Schwarz 2014) oder „gesellschaftsorientiert“ zu verstehen und kann auch ökologische Aspekte beinhalten (Huybrechts und Nicholls 2012; Belz und Binder 2017), wenn sie auch in der deutschen Praxis in der Minderheit sind (Spiess-Knafl et al. 2013). Auch „Unternehmer*in“ ist leicht irreführend, da Organisationen keine unternehmerische Rechtsform haben müssen. Hier wäre „Innovator*innen“ ein Option, insgesamt könnte so beispielsweise Gesellschaftsinnovator*innen eine geeignetere Übersetzung sein. Doch die Begriffe Social Entrepreneur*in und Sozialunternehmer*innen beginnen ohnehin zu verschwimmen (Türk et al. 2013, 5).

Die Definition von Unterberg et al. (2015) bekommt vor allem dadurch auch Relevanz, dass sich die Bundesregierung auf sie als Antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen Ende 2016 bezieht (Deutsche Bundesregierung 2017). Die Studie berücksichtigt die europäische Social Entrepreneurship-Forschungstradition um EMES und der Social Business Initiative:

 Sozialunternehmen sind (…):
– Gründungsorganisationen (1) bzw. Ausgründungen aus bestehenden Sozialorganisationen in eigenständigen Organisationseinheiten (2);
– auf die Schaffung eines überprüfbaren, gesellschaftlichen Mehrwertes durch eine unternehmerische Lösung von klar benannten gesellschaftlichen Problemen ausgerichtet;
– auf freien und gesetzlich geregelten Märkten (3) durch die Herstellung von Waren und die Erbringung von Dienstleistungen unternehmerisch und innovativ tätig;
– Organisationen, die über festgelegte Regeln und Prozeduren sicherstellen, dass erwirtschaftete Überschüsse in erster Linie für die Verwirklichung der gesellschaftlichen Zielsetzung der Organisation verwendet werden;
– in Rechtsformen organisiert, die eine verantwortliche und transparente Verwaltung der Organisation ermöglichen. Hierfür ist die steuerrechtliche Behandlung der Organisation unerheblich. (Unterberg et al. 2015).

Die Studie verweist aber auch auf die im deutschen Raum häufig genannte Mercator-Studie (Jansen et al. 2013). Letztere prägte mit ihren fünfzehn Kriterien eine relativ spitze Definition von Sozialunternehmen („new-style social enterprises“):

Social enterprises are either (1) new establishments (‘social entrepreneurship’) or (2) transformations of existing social organisations (‘social intrapreneurship’) which have a (3) high degree of institutionalisation, primarily (4) via incorporation or an association statute and (5) the corresponding formal governance structures, and contribute (6) with an individualistic structure of motives to the (7) entrepreneurial development of (8) innovative and scalable blueprints (9) for the mitigation and resolving of social problems – as defined by the social enterprise. Doing so, social enterprises build upon (10) self-legitimation (through media) and on (11) mobilising external resources, and operate either (12) in competition with previously public services or (13) through developing a new market in an analogy with classic enterprises. Social enterprises have (14) generally no self-preservation interest when the social problem addressed is resolved or is treated more efficiently by other – market, public or semi-public – structures. In case this is not possible, exhibit social enterprises (15) a commercial business model for self-financing, supplemented if needed with donations.”

Eine Aufweichung in Social Enterprises im engeren und breiteren Sinne, wie es auch Scheuerle et al. (2013) vereinfacht anwendete, könnte ein sinnvolles Tribut an die Vielfalt der tatsächlichen Organisationsaktivitäten sein. Nur wenn die Organisation neben der Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen sowohl den innovativen als auch einkommensgenerierenden Charakter hat, handelt es sich um eine Social Enterprise im engeren Sinne. Im weiteren Sinne gehören dann auch Organisationen, welche bestehende Geschäftsmodelle kopieren und damit nur eine geringe Innovationskraft leisten, oder konventionelle Unternehmen mit hohen ethischen Standards dazu (Scheuerle et al. 2013, 12f).

Was sagt die Praxis?

Organisationsformen Social Enterprises

Quelle: SEND e.V.

Als Interessensgruppierung von Social Entrepreneur*innen in Deutschland, hat der SEND e.V. wiederum folgende sehr breite Definition angegeben:

Als Social Entrepreneurship bezeichnet man die Entwicklung von Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen auf unternehmerische Art und Weise. Primärer Zweck ist die  positive soziale und ökologische Wirkung sowie die ökonomische Nachhaltigkeit (Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland 2016, 3).

Doch wie viele Social Entreprises gibt es überhaupt in Deutschland? Die Forschung hat vergleichsweise spät das Phänomen Social Entrepreneurship entdeckt. Während sie sich international schon vor der Jahrtausendwende etablierte, zog das Thema hierzulande erst 2006 mit dem Nobelpreis an Muhammad Yunus eine intensive Erforschung an (Jansen 2013, 36). Scheuerle et al. (2013) kommen zum Schluss, dass es 2013  rund 1.000-1.500 Sozialunternehmen im engeren Sinne und 40.000 bis 70.000 im weiteren Sinne (Scheuerle et al. 2013 50) gibt. Auf diese Zahlen beruft sich auch die Bundesregierung (Deutsche Bundesregierung 2017). Dies sind die aktuellsten Zahlen, die es zu dem Thema gibt. Der SEND e.V. hat jedoch Mitte 2018 einen 1. Deutschen Social Entrepreneurship Monitor initiiert, der auch dieses Thema aufgreift.

Verwandte Konzepte

Eingebettet ist Social Entrepreneurship unter den Dachbegriff der Sozialen Innovationen (Huybrechts und Nicholls 2012). Darunter werden innovative Aktivitäten verstanden, welche vom Ziel der Befriedigung gesellschaftlicher Bedürfnisse angetrieben werden und von Organisationen entwickelt und verbreitet werden, deren Zweck schwerpunktmäßig gemeinwohlorientiert ist (Mulgan et al. 2007). Jansen (Jansen 2013) versteht sie als „resonante, kommunikativ- und operativ-infektiöse Ideen“, welche auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren und als Lösung oder Anpassung wirken. Beispielhaft zu nennen sind die Einführung von Gesundheitsvorsorge, das Konzept von Corporate Social Responsibility oder die Mikrofinanzierung (Howaldt et al. 2017).

Durch die Erwähnung unternehmerischer Lösungen und der Verwendung von Überschusszwecken nähert sich das vorliegende Social Entrepreneurship Verständnis dem Social Business Ansatz von Muhammad Yunus (Yunus und Weber 2011) an. Dieser legt noch mehr Wert auf die wirtschaftliche Tragfähigkeit von den Akteuren und setzt die komplette Verwendung von Überschüssen für das Social Business voraus. Dadurch wird das Konzept noch enger wahrgenommen, oftmals wird der Begriff aber auch Synonym verwendet, wovon nicht zuletzt die Social Business Initiative zeugt, die wiederum die Begriffe Social Entrepreneurship  / Social Enterprises nutzt.

Dies sind seine sieben Prinzipien, die er 2009 festgehalten hat:

  • Business objective will be to overcome poverty, or one or more problems (such as education, health, technology access, and environment) which threaten people and society;
  • not profit maximization.
  • Financial and economic sustainability.Investors get back their investment amount only. No dividend is given beyond investment money.
  • When investment amount is paid back, company profit stays with the company for expansion and improvement.
  • Environmentally conscious.
  • Workforce gets market wage withbetter working conditions
  • ….do it with joy.

Es gilt noch eine Differenzierung zu dem verwandten Sustainable Entrepreneurship aufzustellen. Diese erfolgte jedoch schon in einem gesonderten Blog-Eintrag.

Feedback?

Was haltet ihr von den Definition, haben wir wichtige Punkte vergessen? Schreibt es uns!
Dieser lange Beitrag ist ein Nebenprodukt der Masterarbeit von unserem Mitarbeiter Fabian Oestreicher. Bei einer etwaigen Zitation bitte „Fabian Oestreicher (Hilfswerft) (2018): Was ist Social Entrepreneurship.“ verwenden.

Quellen:

Belz, Frank M.; Binder, Julia K. (2017): Sustainable Entrepreneurship. A Convergent Process Model. In: Bus. Strat. Env. 26 (1), S. 1–17. DOI: 10.1002/bse.1887.

Borzaga, Carlo; Galera, Giulia (2016): Social Enterprises and their Eco-systems: Developments in Europe. Hg. v. Europäische Kommission. Online verfügbar unter http://ec.europa.eu/social/BlobServlet?docId=16376&langId=en, zuletzt geprüft am 20.01.2018.

Dees, Gregory (2001): The Meaning of “Social Entrepreneurship”. Online verfügbar unter https://entrepreneurship.duke.edu/news-item/the-meaning-of-social-entrepreneurship/, zuletzt geprüft am 27.10.2017.

Dees, Gregory; Anderson, Beth B. (2006): Framing a Theory of Social Entrepreneurship. Building on Two Schools of Practice and Thought. In: Research on Social Entrepreneurship: Understanding and Contributing to an Emerging Field, S. 39–66. Online verfügbar unter https://centers.fuqua.duke.edu/case/wp-content/uploads/sites/7/2015/02/BookChapter_Dees_FramingTheoryofSE_2006.pdf, zuletzt geprüft am 30.10.2017.

Defourny, Jacques; Nyssens, Marthe (2010): Conceptions of Social Enterprise and Social Entrepreneurship in Europe and the United States. Convergences and Divergences. In: Journal of Social Entrepreneurship 1 (1), S. 32–53. DOI: 10.1080/19420670903442053.

Defourny, Jacques; Nyssens, Marthe (2012): The EMES Approach of Social Enterprise in a Comparative Perspective. Hg. v. EMES European Research Network. Online verfügbar unter https://emes.net/content/uploads/publications/EMES-WP-12-03_Defourny-Nyssens.pdf, zuletzt geprüft am 31.10.2017.

Deutsche Bundesregierung (2017): Antwort der Bundesregierung. Gründungen von Sozialunternehmen aus Hochschulen. Online verfügbar unter http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/109/1810907.pdf, zuletzt geprüft am 01.12.2017.

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Türk, Letitia; Herda, Susanne; Trutzenberg, Natascha (2013): Kooperationsmodelle zwischen Sozialunternehmen und anderen Trägern sozialer Dienstleistungen – Modellvorhaben aus Europa.

Unterberg, Michael; Richter, Daniela; Jahnke, Thorsten; Spiess-Knafl, Wolfgang; Sänger, Ralf; Förster, Nadine (2015): Herausforderungen bei der Gründung und Skalierung von Sozialunternehmen. Welche Rahmenbedingungen benötigen Social Entrepreneurs? Endbericht für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Online verfügbar unter https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Studien/herausforderungen-bei-der-gruendung-und-skalierung-von-sozialunternehmen.html, zuletzt aktualisiert am 01.07.2018.

Yunus, Muhammad; Weber, Karl (2011): Building social business. The new kind of capitalism that serves humanity’s most pressing needs. New York, NY: Public Affairs.