Welcomate im Portrait

Social Entrepreneurship Abend

Angeregte Diskussionen mit kleiner Gruppe nach den Impulsen

Bei einem unserer vergangenen Social Entrepreneurship Abenden mit zwei Impulsen aus Bremen, hatten wir den Schwerpunkt Integration.

Unsere Gäste von Welcomate und dem Ausspann brachten zwei Hands-on-Konzepte mit, wie man auf der Mikroebene tolle Begegnungen zwischen Kulturen schaffen kann. Schnell, unbürokratisch, mit viel Spaß dabei und ganz nach dem Motto: Machen statt Schnacken. Mehr dazu in unserem zweiteiligen Nachbericht.

WELCOMATE

In einem Satz

Der Welcomate e.V. fördert den interkulturellen Austausch, indem er Integrationstandems über eine Smartphone Applikation zusammenbringt.

Was sind die Aktivitäten?

Welcomate lädt Menschen mit und ohne Migrationshintergrund ein, sich zu begegnen. Über den interkulturellen Austausch will der Verein eine Bereicherung für die individuellen Teilnehmer herstellen, soziale Beziehungen schaffen und damit schlussendlich die Integration in Deutschland verbessern.

Welcomate

Sebastian und Klaas (v.l.) berichten beim Social Entrepreneurship Abend von ihrem Projekt

Um einen einfachen Zugang hierzu zu ermöglichen, haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter eine Smartphone App entwickelt. Mit ihrer Hilfe sollen Einheimische und Migranten entsprechend beispielsweise ihrer Sprache, Hobbies, Alter oder Geschlechter „gematcht“ werden. Ziel ist es dabei, über einen Algorithmus jeweils eine/r Migranten/in mit einer/m Einheimischen zusammenzubringen, die sich wahrscheinlich gut verstehen werden. Dazu können die Teilnehmer sich ein Profil erstellen. Das Programm schlägt entsprechende Matches vor und wenn beide das Profil der jeweils anderen Person als sympathisch bewertet haben, können sie miteinander chatten und sich kennenlernen. Wenn dies erfolgreich ist, bietet die App öffentliche Orte in Bremen an, die für einen Treffpunkt attraktiv wären. Begleitet wird dieses Matchen und gematcht werden von Veranstaltungen und gemeinsamen Freizeitaktivitäten, in denen die Community gepflegt wird.

Das Matching-Prinzip mutet an die berüchtigte Dating-App „Tinder“ an, Sebastian von Welcomate betont jedoch, sie seien keine Single-Börse: Das Matching bei Welcomate schlägt zunächst nur jeweils drei passende Kandidaten vor. Wenn keine davon gefallen, gibt es neue Profile erst wieder am nächsten Tag. So will man vermeiden, dass man ähnlich wie bei Tinder sämtliche verfügbare Profile nach Partnern abgrasen kann.

Wie ist es entstanden? Woher kam die Motivation?

Momentan gibt es im Kernteam von Welcomate neun ehrenamtlich Engagierte, die sich für interkulturelle Begegnungen einsetzen. Ihrer Motivation ist es, selbst an der Integration mitzuwirken, anstatt auf die Politik zu warten. Die Gründer des Vereins sind selbst viel gereist und wissen: Nachhaltige Integration kann nur stattfinden, wenn Menschen sich kennenlernen und ein gemeinsames Verständnis füreinander entwickeln. Dabei geht es nicht nur um Sprachkurse oder migrationspolitische Maßnahmen. Im Gegenteil finden sie, es ist unser aller Aufgabe dabei zu sein und von der kulturellen Vielfalt zu profitieren.

Händisch gefundene Tandemmatches von Migranten und Einheimischen, wie sie bereits existierende Agenturen anbieten, arbeiten laut Sebastian viel zu zeitaufwändig. Die Gründer von Welcomate waren überzeugt, das Matching könnte wesentlich schneller gehen und entwickelten hierzu eine digitale Lösung, die auch eine niedrigere Schwelle zum Mitmachen erzeugt.

Was sind die Zukunftspläne?

Welcomate

Das Team von Welcomate – heute in Bremen aktiv, bald vielleicht in ganz Deutschland?

Aus dem Launch in Bremen soll ein Projekt werden, das landesweit aktiv wird. Da die Skalierbarkeit des Projektes sehr hoch ist, soll die Applikation nach einem ersten „Proof of Concept“ bereits im nächsten Jahr in ganz Deutschland verfügbar sein. Nicht als explizite „Flüchtlingsplattform“, sondern als einfachem Zugang zum interkulturellen Austausch für alle. Dazu ruft der Verein zur weiteren Unterstützung auf: Wer sich für das Projekt interessiert, ist herzlich eingeladen, aktiv mitzuwirken oder sein Netzwerk zu teilen. Auch nach unterstützenden Fördermitteln wird noch gesucht.

Ideen zum Projekt hierzu gerne an info@welcomate.de.

 

 

Hilfswerft-Meinung:

Dieses Mal von Carolin

Carolin PaarDie Applikation ist ein konstruktives und gut skalierbares Angebot, für das ich mit der richtigen Unterstützung auch Zukunftspotential in ganz Deutschland sehe. Mal etwas anderes als das Diskutieren auf der Meta-Ebene über normative Ansprüche an Migranten, Einheimische oder Politiker, sondern der ganz einfache Vorschlag: Lernt euch kennen, trefft euch, macht etwas miteinander!

Ich finde es gut, dass Teilnehmer hier bewusst motiviert werden, Integration nicht als Hausaufgabe, sondern das Entstehen einer Community als Freizeitaktivität und eigene Bereicherung zu sehen. Für mich bleibt die Qualität des Matchings ein sehr entscheidender Faktor: Wonach wird gematcht und welche Fragen werden bei der Profilerstellung beantwortet?

Je aussagekräftiger und vielleicht auch humorvoller die Informationen, desto wahrscheinlicher die besten Matching-Treffer. Ich denke, zur deutschlandweiten Verbreitung wäre die Bildung von Regionalteams (wie es durch den Hauptsitz in Bremen besteht) sehr hilfreich, um die Community-Aktivitäten zu organisieren und das Konzept bekannt zu machen.

 

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