Nachbericht Social Entrepreneurship Camp Bremerhaven

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So war das SEC in Bremerhaven

Am 12. und 13. Mai 2017 führten wir zum ersten Mal ein Social Entrepreneurship Camp an der Hochschule Bremerhaven durch.

Dabei haben rund 20 Studierende aus verschiedenen Fachbereichen teilgenommen, um zu erfahren, wie man soziale Herausforderungen unternehmerisch angeht und innovativ löst. Außerdem mit dabei: Zahlreiche Speaker aus der Praxis, die den Studierenden aus ihrer eigenen Erfahrung vermittelten, worauf es ankommt, wenn man ein Sozialunternehmen gründen und aufbauen möchte.

Janine führt die Studierenden an Social Entrepreneurship heran

Tag 1 – Freitag, 12. Mai 2017

Zu Beginn des Social Entrepreneurship Camps in Bremerhaven begrüßte Janine von der Hilfswerft die Studierenden und gab ihnen einen kleinen Einblick in das Themenfeld rund um Social Entrepreneurship. Dabei führte sie das Beispiel der Grameen Bank von Friedensnobelpreisträger Mohammad Yunus an. Durch die Gründung dieser Bank wurden Mikro-Kredite für Kleinbauern vergeben und ein gesellschaftliches Problem angegangen.

Geschäftsmodelle entwickeln nach dem Business Modell Canvas

Anschließend eröffneten Jorge Chajchalac und Sascha Munzert von XELA Store das Camp mit einer Vorstellung ihres sozialen Unternehmens. XELA ist ein deutsch-guatemaltekisches Social Business, welches handgefertigte und fair gehandelte Designprodukte aus Lateinamerika vertreibt. Dabei arbeiten sie eng mit Partnern in der Region zusammen. In ihrem Vortrag gingen die beiden besonders darauf ein, wie sie zu der Idee des Unternehmens gekommen sind und wie ihre ersten Schritte in Richtung Selbstständigkeit aussahen.

Bei der Entwicklung einer Geschäftsidee können viele, verschiedene Methoden helfen eine Gründungsidee zu strukturieren und zu visualisieren. Eine solche Möglichkeit ist das (Social) Busniess Model Canvas. Dieses Modell hat Michael Stuckenberg, gemeinsam mit seinem Kollegen Helge Hußmann von BEGIN den Studierenden in Bremerhaven vorgestellt.

Nach einer kurzen Pause gingen wir in die Phase der Gruppenbildung und Themenfindung über. Dabei konzentrierten wir uns auf die Sustainable Development Goals der UN, welche gesellschaftliche Herausforderungen wie beispielsweise Armut oder Umweltverschmutzung in den nächsten 15 Jahren aktiv entgegenwirken wollen. Die Studierenden konnten sich so ein Themenfeld aussuchen, um sich in ihrer Gruppenarbeit mit einer möglichen konkreten Lösung in diesem Bereich zu beschäftigen.

Michael Stuckenberg von der RKW Bremen

Den ersten Tag des Camps beendeten wir dann in einer offenen Arbeitsphase, in der die vorher gebildeten Gruppen sich kennenlernen und erste Ideen austauschen konnten.

Tag 2 – Samstag, 13. Mai 2017

Zu Beginn des zweiten Tages gab Michael Vogel einen Impuls zu seinem sozialen Unternehmen der Zeitschrift der Straße. Das Bremer Straßenmagazin ist ein gemeinsames Projekt von Studierenden, Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen, JournalistInnen, freiwillig sozial Engagierten, von Wohnungslosigkeit und Armut bedrohten oder betroffen Menschen, HochschuldozentInnen und StreetworkerInnen. Die Zeitschrift der Straße wird auf der Straße von obdachlosen Menschen verkauft, dabei geht über die Hälfte des Verkaufserlöses an die VerkäuferInnen, sodass diese damit ein finanzielles Einkommen erlangen können.

Nach diesem Impuls hielt unser Mitgründer Sönke Burkert einen Vortrag zum Thema Fundraising in Bezug auf Non-Profit-Unternehmen und Social Business.

„Verbunden werden auch die Schwachen mächtig“ (Friedrich von Schiller)

Ganz nach diesem Motto widmete sich Uwe Wunder von der Social Impact GmbH dem Thema Business Modell Innovation. Hierbei stand vor allem im Fokus, den Studierenden bewusst zu machen, dass sich Geschäftsmodelle auf sehr unterschiedliche Weise entwickeln lassen. Es muss nicht immer eine komplett neues, noch nie dagewesenes Produkt oder eine neue Technologie vorhanden sein, um Erfolg als Unternehmer zu haben. Oftmals kann ein Geschäft auch schon entwickelt werden, indem man bekannte Faktoren eines Geschäftsmodells übernimmt und neu kombiniert oder erweitert und somit einen Vorteil gegenüber seinen Wettbewerbern hat. Damit es einem noch einfacher fällt, neue Ideen zu entwickeln und zu konkretisieren, gibt es einige spannende Methoden, die Uwe Wunder an dieser Stelle vorstellte.

Michael Vogel zeigt, was es heißt eine Idee in die Wirklichkeit umzusetzen und dafür zu brennen!

Nach diesen verschiedenen Inputs und weiteren Arbeitsphase gingen wir über zu den Pitches der Studierenden. Die Camp-Teilnehmer/innen stellten dann ihre Ideen, die sie während des Camps entwickelt haben, in Form von Elevator-Pitches vor. Die Ideen reichten von generationsübergreifenden Projekten bis hin zu einer Bibliothek der Dinge, die gegen den Materialismus und für die Integration appelliert. Neben Janine von der Hilfswerft haben Uwe Wunder und Michael Vogel die Ideen bewertet und hilfreiches Feedback gegeben.

Wir haben uns sehr gefreut, das Camp durchzuführen. Unser herzlichster Dank geht an die Speaker und Juroren, für den wertvollen Input sowie die Studierenden für die Mitarbeit und ersten Ergebnisse.

 

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