Ein Zeichen der Anerkennung

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“Ein Ende finden und den Anfang in den Händen halten.” (Dr. Hanspeter Rings)

In der Süddeutschen Zeitung wurde am 12. Mai 2017 ein Artikel veröffentlicht, der wie folgt anfängt: Alles spricht scheinbar gegen diesen Landstrich. Die Jungen ziehen weg, die Bevölkerung überaltert, die Einwohnerzahl sinkt, Schulen, Geschäfte und Wirtshäuser machen dicht, es wird häufiger gestorben als geboren. Vielerorts fehlen Ärzte und es gibt weit und breit keine Großstadt, an der sich das Umland hochziehen könnte. Das bayerische Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik hat hochgerechnet, wohin das alles führen wird: Bis 2031 wird Oberfranken noch einmal zehn Prozent seiner Einwohner verlieren.

Und genau da setzt die Adalbert-Raps-Stiftung an. 2015 wurde Prof. Rothfuss von der Universität Bayreuth mit seinem Team damit beauftragt den Sozialraum Oberfranken zu analysieren. Herausgekommen ist eine Studie, die essentielle Forschungsfragen mit den Trends und aktuellen Situationen der Region beleuchtet. Dabei wurde durch Interviews sehr schnell deutlich, dass die Herausforderungen die Aufnahme von geflüchteten Menschen, die Abwanderung von jungen Menschen und die Vereinsamung von Senioren sind.

Im Oktober 2016 startet daraufhin der Wettbewerb “Helden der Heimat”, bei dem sich Organisationen, Initiativen und Projekte bewerben konnten, die in einer der drei Kategorien ein Wirken auf die Region erzielen. Begleitet wurde der Wettbewerb von je einer Fokusveranstaltung zu den Kategorien. Jeder durfte über mehrere Wochen noch für sein Lieblingsprojekt abstimmen und Höhepunkt war nun die feierliche Preisverleihung am 20. Mai 2017 in Kulmbach.

Die Gewinner von Helden der Heimat

Nachdem der vorsitzende Stiftungsvorstand Frank Kühne noch einmal deutlich machte, was der
Wettbewerb bedeutet und wie wichtig das Engagement in der Region ist, erzählte Jurymitglied Benjamin Fraaß von PHINEO was wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement bedeutet – vor allem für den ländlichen Raum.

Moderator Carsten Lessmann untermauerte die einleitenden Ziele und Notwendigkeiten noch mit einem Rückblick der Wettbewerbsdauer, bevor er mit der Preisverleihung startete. Als erstes begrüßte er den Gründer von smoost und Jurymitglied Rainer Rother auf der Bühne. Für die Kategorie geflüchtete Menschen vergab Rainer Rother den 1. Preis an Integreat, einem mobilen Alltagsguide für geflüchtete Menschen als App. Der zweite Platz ging an IntegrAIDE, die Flüchtlinge durch Job-Coaches in Arbeit bringen und den dritten Platz belegte die studentische Rechtsberatung Law&Legal, von der Universität Bayreuth, die geflüchteten Menschen ehrenamtlich bei Rechtsproblemen helfen.

In der nächsten Kategorie vergab die Leiterin der Stabsabteilung Entrepreneurship und Innovation an der Universität Bayreuth sowie Jurymitglied, Dr. Petra Beermann, die Preise. Über den 1. Platz konnte sich das Team von goolkids freuen, die die Integration von sozial benachteiligten Kindern jedweder Herkunft durch Zugang zum Sport und in Sportvereine sowie die Versorgung Bedürftiger mit Sport­ausrüstung sicherstellen. Der 2. Platz ging an den kids-Treff, die sich im Bayreuther Stadtteil Neue Heimat um die Freizeitgestaltung für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren kümmern. Den dritten Platz belegte das Start-up ProjectTogether aus München, deren Mentoren deutschlandweit junge Menschen vor allem auch in ländlichen Regionen bei der Gründung begleiten.

Zu der Übergabe der Kategorie der älteren Menschen begrüßte Carsten Lessmann Kulmbachs Oberbürgermeister Henry Schramm auf der Bühne. Freudig nahm der Männerschuppen, wo Senioren sich zu zum tüfteln und reparieren treffen, den 1. Preis entgegen. Da der 2. und der 3. Platz die gleiche Punktzahl erreichten, konnten sich Dorfladen Thierstein und die Rummelsberger Diakonie über jeweils den 2. Preis freuen. Der Dorfladen in Thierstein ist Anlaufstelle für jung und alt und gibt vor allem den älteren Menschen die Möglichkeit zu einem selbstbestimmten und regionalem Einkauf. Die Rummelsberger Diakonie unterstützt mit dem Projekt ROMEO und JULIA Menschen im Alter, mit und ohne Demenz, damit sie so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Der Publikumspreis

Acht Wochen konnte jeder für sein Lieblingsprojekt abstimmen und so wurden insgesamt 10.000 Stimmen abgegeben. Es gab ein enges Kopf an Kopf Rennen zwischen dem Projekt Kochen mit Jung und Alt im Pflegeheim und der Generationsbrücke. Für die Übergabe des Publikumspreises begrüßte Carsten Lessmann den Stiftungsvorstand Prof. Dr. Manfred Gareis auf der Bühne. Freuen konnte sich das Team der Diakonie Bamberg-Forchheim, mit ihrem Projekt “Kochen mit Jung und Alt im Pflegeheim”.

Das Projekt möchte junge Menschen in das Seniorenzentrum Jörg Kreuzer bringen und gemeinsam mit den Bewohnern kochen. Die kombinierte Generationenküche „Ich-Du-Wir-Gemeinsam“ wird in Kombination mit einem Kindergarten und deren Vorschulkinder stattfinden. Außerdem werden in der Kochgruppe „Mit dem Herzen beim kochen“ an Demenz erkrankte Menschen mit herausfordernden Verhalten integriert.

Wir gratulieren allen Gewinnern des Abends und danken allen Projekten, die sich bei Helden der Heimat beworben haben, allen interessierten Gästen und Unterstützern und vor allem der tollen Jury, die mit viel Zeit und Herz jedes einzelne Projekt bewertet hat.

Alle Helden der Heimat und vor allem die Preisträger dürfen diesen Preis als Einladung verstehen – als Chance, den Sozialraum Oberfranken verantwortungsvoll mitzugestalten.

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