Bremer Impuls im Porträt: Pop-Up-Hopping

Nach der GoodGang hatte der zweite Impuls des letzten Social Entrepreneurship Abend Bremen noch gar nicht seinen richtigen Namen. Doch das nun “Pop-Up-Hopping in Bremen und Delmenhorst” getaufte Kooperationsprojekt, weckte dennoch die Neugier und Diskussionsfreude der Anwesenden…

Am 13.8. ist übrigens der nächste Social Entrepreneurship Abend!

Emre Altinöz Gröpelingen Marketing e.V:

Emre Altinöz erklärt die Ursprünge seines PopUp-Konzepts

In einem Satz:

Kreative Ideen auf der einen, Leerstände auf der anderen Seite – Pop-Up-Hopping will mit Start-Ups und sozialen Projekten diese Welten zusammenbringen.

Was sind die Aktivitäten?

Pop-Up-Hopping ist eine Unterstützung für Gründer*innen, welche ihre Produkte oder Vorstufen davon, im realen Leben testen möchten. Diese können sich für günstiges Geld und mit der Möglichkeit auch Möbel auszuleihen an die Initiatoren wenden. Ein geeigneter Leerstand wird vermittelt. Im besten Fall wird “gehoppt”, also in kurzen Zeitabständen, verschiedene Standorte und Stadtteile ausprobiert.

Wie ist es entstanden? Woher kommt die Motivation?

Die Idee basiert ursprünglich auf einer Idee von Emre Altinöz vom Gröpelingen Marketing e.V.. Leerstände sind ein unschöner Teil von immer mehr Einkaufslagen in 1B-Lage. Nicht nur für den restlichen benachbarten Einzelhandel, sondern auch für die normale Bevölkerung . Eine soziale Stadt braucht Leben auf der Straße. Wo es eher heruntergekommen und verlassen aussieht, da traut man sich weniger hin und negative soziale Hemmschwellen sinken. Broken-Window-Effekt lässt grüßen!

Auf der anderen Seite gibt es Start-Ups, die nach Flächen suchen, um ihre Produkte oder Dienstleistungen testen zu können. Und dabei auch auf allzu hohe Kosten verzichten wollen, wie zum Beispiel für Möbel, auf denen die Produkte präsentiert werden. Emre hat beides zusammen gedacht, mit einem Studierenden-Team noch Modulmöbel für die Räume entwickelt und schon konnte das Programm in Gröpelingen losgehen.

Pop-Up-Hopping LogoDoch so richtig angenommen wurde das Angebot nicht. Emre erklärt es sich damit, dass in Gröpelingen tatsächlich eher konventionellere Gründer gebe, die nicht so ein “Schnick-Schnack” benötigen.

Aber er wollte nicht aufgeben und stellte sein Konzept Kolleg*innen aus anderen Stadtteilen vor. Das Neustadt-Stadtteilmanagement und die Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft (dwfg) fanden die Idee spannend und man setzte sich zusammen. Die jetzige Idee war geboren: StartUps fördern und dadurch ein positives Licht auf den jeweiligen Stadtteil fallen lassen.

Was sind die Zukunftspläne?

Der Social Entrepreneurship Abend Bremen wurde für eine Feedback-Schleife für die Grundidee genutzt. Name, Logo oder ein fertiges Konzept gab es noch nicht. Wie würden die Anwesenden reagieren? Was für Erfolgsfaktoren würden identifiziert werden?

Die Resonanz war durchaus positiv. Im Nachhinein verwendeten sowohl GoodGang als auch bremen spendet die Möbel für Ihre Aktionen. Logo und Facebook-Seite wurden erstellt. Jetzt geht es darum, auch tatsächlich durchzustarten und die Interessen der verschiedenen Planungsorganisationen unter einen Hut bekommen. Langfristig wäre es schön, so hofft Co-Referentin Jennifer Burdorf, wenn sich das Projekt mit den richtigen Mitteln auch auf andere Innenstädte und Quartiere in der Region ausweiten lässt.

Hilfswerft-Meinung:

Dieses Mal von Fabian

Fabian OestreicherPop-Up-Hopping hat eine interessante Struktur. Ein Unterstützungsprogramm, welches nicht unbedingt von typischen Startup-Initiator*innen ausgeht. So könnte man denken, dass der wirtschaftliche Druck raus ist, aber natürlich muss sich auch dieses Projekt rechnen und vor allem angenommen werden. Ich glaube, seine Abnehmer*innen wird es bei weiterhin guter Vermarktung finden. Schließlich ist ein Verkaufs- oder Testraum, der nicht allzu teuer ist, gut, um schnell ganz nach Lean Startup vorhandene Thesen zu überprüfen. Wenn sich angehene (Social) Startups dann noch nicht einmal um eine Vielzahl von Möbeln kümmern müssen, ist das ein weiteres Pro-Argument.

Ob der Gedanke des Hoppings greift und tatsächlich verschiedene Stationen ausprobiert werden, bleibt abzuwarten. Schließlich wollen auch potenzielle Teams nicht lange Anfahrten von ihrem Wohn-/Hauptquartier hinnehmen. Aber vielleicht könnte dann einfach noch ein Bett als verleihbares Möbel dazukommen?

Hinter Pop-Up-Hopping ist nicht per se ein Social Entreprise Fördergedanke zu finden. Noch gibt es meines Erachtens keine Kriterien, wer alles Mieter sein darf, aber sicherlich können das auch konventionellere Ideen ohne große Wirkung sein. Vielleicht könnten ja dafür Social Startups besondere Konditionen erhalten?

Dennoch ist das Vorhaben an sich ziemlich nah an Social Entrepreneurship anzusiedeln. Es ist innovativ, generiert zumindest teilweise marktorientiertes Geld und ja – eine gesellschaftliche Wirkung hat es auch. Ich könnte mir vorstellen, dass mit der effektiven Ausnutzung vorhandenen Platzes  die Sustainable Development Goals Nummer 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur) und 11 ( Nachhaltige Städte und Gemeinden) angesprochen werden.

Hätte ich ein angehendes Social Startup, ich würde Pop-Up-Hopping auf jeden Fall einmal testen. Besonders bei Produkten, die hautnah erlebt werden wollen.

Selbst Interesse am Pop-Up-Hopping?

Dann nehme mit Jennifer Kontakt auf. Sie sortiert die Anfragen,
klärt die wichtigsten Fragen, hilft bei der Konzeptfindung und leitet die Anfrage dann an die entsprechenden Kooperationspartner weiter.

Jennifer Burdorf Jennifer Burdorf

Delmenhorster Wirtschafts-Förderungsgesellschaft mbH
Lange Straße 128
27749 Delmenhorst
Tel.: (04221) 99 2893
jennifer.burdorf@dwfg.de
www.dwfg.de

 

Kommentar verfassen