Bremer Impuls im Porträt: Watertuun

Von wegen Sommerloch – wieder einmal war der Social Entrepreneurship Abend am 13. August ordentlich besucht. Mit der Aquaponik-Farm Watertuun und der Vernetzungsstelle RENN.nord hatten wir zwei spannende Impulse, die wir euch wieder in eigenen Portraits vorstellen möchten:

Name: WatertuunWatertuun Bremen

In einem Satz:

Es geht um die Gründung einer Farm zur nachhaltigen Lebensmittelproduktion in einer regionalen Kreislaufwirtschaft.

Was sind die Aktivitäten?

Um das Konzept zu verstehen benötigt man zunächst ein paar theoretische Grundlagen: Aquaponik ist eine Wortschöpfung aus Aquakultur und Hydroponik. Klingt komplizierter als es ist: Es handelt sich um eine sinnvolle Kombination aus Fischzucht und Lebensmittelanbau. Dabei werden die Ausscheidungen der Fische als Dünger verwendet. Die Pflanzen reinigen wiederum das Wasser für die Fische.

Die Anlage soll in Bremen gebaut werden. Für potenzielle Kunden (z.B. Restaurants oder Hofläden) entstehen somit nur kurze Transportwege.

Wie ist es entstanden? Woher kam die Motivation?

Das Team ist interdisziplinär aufgestellt und kennt sich besonders im naturwissenschaftlichen Bereich gut aus. Dieses Wissen möchten sie dazu nutzen, globale Herausforderungen anzugehen, z.B. Überfischung, knappe Ressourcen und den Klimawandel. Sie verstehen ihr Projekt auch als Bildungsauftrag: “Wir wollen eine Plattform für den Austausch umweltrelevanter Themen schaffen”, so Denis Kapieske von Watertuun.

Was sind die Zukunftspläne?

Nach dem sehr erfolgreichen Crowdfunding von Watertuun soll es nun ganz konkret werden: Sie suchen aktiv nach einer Fläche zur Realisierung der Farm. Durch eine Pilotanlage konnten sie bereits wertvolle Erfahrungen sammeln. Nun ist es Zeit, dieses Wissen für die Vergrößerung des Projekts zu nutzen. Bleibt auf dem aktuellen Stand und folge Watertuun auf Facebook.

Hilfswerft-Meinung:

Dieses Mal von Marvin:

Wieder was gelernt – nachhaltige Produktion von Lebensmitteln ist eines meiner Lieblingsthemen aus dem Bereich Social Business. Trotzdem kannte ich den vorgestellten Ansatz noch nicht. Anfangs war ich etwas skeptisch. Kann die Haltung von Tieren überhaupt nachhaltig sein? Bei der anschließenden Diskussion äußerten sich auch andere Teilnehmer*innen kritisch zur Tierhaltung. Die Argumente von Watertuun sind aber sehr überzeugend: Die Alternative zur Aquaponik-Anlage sind die Ausbeutung der Meere sowie lange Transportwege. Außerdem ist es ein ausgeklügelter Kreislauf, wodurch keine schädlichen Düngemittel zum Einsatz kommen. Daher mein Fazit: Regionales Gemüse kommt sowieso auf den Teller. Wenn es ausnahmsweise mal Fisch gibt, dann bitte von Watertuun!

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