6. Social Entrepreneurship Stammtisch Bremen

Sommerpause? Nicht doch! Der Social Entrepreneurship Stammtisch Bremen startete Mitte August in die nächste Runde

Es ist (norddeutscher) Sommer. Die Sonne lacht ab und zu, eine warme Brise strömt durch die Stadt. Es könnte so schön sein – doch eines hatte bis vor kurzem gefehlt: Endlich mal wieder zum Social Entrepreneurship Stammtisch gehen!

Und am 15. August war es wieder soweit.

Für Freunde des bewegten Bildes

Julia vom Hilfswerft-Team hat uns ein kleines “Mood-Video” produziert:

 

Lust bekommen die Stimmung beim nächsten Mal hautnah mitzubekommen? Dann tragt Euch den nächsten Stammtisch Termin am 24.10. schon einmal in Eure Kalender ein!

Und jetzt zu unserem Bericht für alle, die nicht da sein konnten.

Hello again, werte Stammtisch-Freunde!

Hilfswerft: Neuigkeiten

Carsten durfte als Moderator durch den Abend leiten. Die Hilfswerft stellt sich und unser Thema Social Entrepreneurship vor. Dafür musste noch einmal die Yunus-Definition für Social Entrepreneurship in ihrer kürzest möglichen Fassung herhalten: Soziale Unternehmen wollen ein oder mehrere soziale Probleme lösen, sie sind in ein Geschäftsmodell gefasst und ihre Gewinne fließen in die Unternehmung zurück. Zack!

Die Arbeit der Hilfswerft ließ sich durch unser Image-Video vom Camp an der Uni Witten/Herdecke anschaulich erklären. Zudem erzählte Carsten noch kurz von der Zusammenarbeit mit hej yu Design an der Hochschule Ottersberg. hejyu Design, besser gesagt Andreas und Juie, sind treue Stammtisch-Besucher und es ist super, dass aus diesem Rahmen heraus eine Kooperation zwischen ihnen und uns stattfinden konnte.

An diesem Abend hatten wir auch zwei super Referentinnen eingeladen, die uns ihre Projekte vorstellten.

Laura Brandt von Yummy Organics: Werde was du kannst…

#SocEnt in Bremen

Laura präsentiert uns einen Pitch und macht auf eine Problematik aufmerksam, die den meisten so noch gar nicht bewusst war. Und zwar geht es um die Auswahl an Gewürzen in deutschen Supermärkten. Dort beherrscht vor allem eine Marke die Regale! Fast könnte man von einem Gewürzmonopol (rund 80% Marktanteil) sprechen … Das eigentliche Problem ist jedoch, dass bei dieser schlecht ausgeprägten Wettbewerbslage die Qualität der Produkte zu wünschen übrig lässt. Oftmals sind die Gewürze radioaktiv bestrahlt worden (mehr zu dieser Praktik siehe hier), damit ihr Aroma länger anhält. Laura setzt mit Yummy Organics auf direkten Handel, Bio-Qualität und volle Transparenz. Über einen Tracking-Code können die Kunden sich über Herkunft und Preiszusammensetzung informieren.

… und tue das, was dich glücklich und zufrieden macht!

Laura verwendet ihre Energie auf die Dinge, die ihr etwas bedeuten. Und das ist in jedem Fall Sri Lanka und seine Menschen und Gewürze! Wie konnte das passieren?

Laura liebt Reisen, Essen, Exotik und interessiert sich für nachhaltige Lebensstile. Nach einem längeren Aufenthalt in einer Eco Lodge auf Sri Lanka fing ihr Herz an für dieses Land an zu schlagen und auch die Bewohner des Lodge wurden für sie sehr wichtig. Gemeinsam die Lodge betreiben bedeutete vor allem zusammen zu kochen und da fielen ihr die unglaublich geschmacksintensiven Gewürze auf, mit denen sie leckere, traditionelle Gerichte kochte. Davon berichtete Laura uns mit einem strahlenden Lächeln.

Laura & Yummy Organics
Exotische Gewürzauswahll

Was jetzt folgt ist eine Weltpremiere: Laura stellt ihr Crowdfunding-Video vor, welches ab dem 1. September bei startnext eingesetzt werden wird, um Funding für Yummy Organics zu bekommen. Damit Yummy Organics real werden kann. Zwar fehlt es Laura noch an etwas Geld, aber in ihrem Willen und Durchhaltevermögen dieses Unternehmen zu gründen ist sie unschlagbar! Neben ihrem Vollzeitjob in einer Digitalagentur setzt sie sich für dieses Herzensprojekt ein!

Nun möchte Laura Gewürze in Deutschland verkaufen. Importiert aus Sri Lanka und in Bremen händisch verarbeitet.

Der Kunde soll den Preis selbst bestimmen. Der kostendeckende Preis ist sozusagen der “Mittelpreis” auf einem (visuell aufbereiteten) Preisregler. Der Kunde hat die Möglichkeit, bis auf 1€ runter zu gehen – bekommt dann aber ganz klar die Auswirkungen seiner Entscheidung aufgezeigt. Laura möchte über Inhalte, Qualität, Emotion und Transparenz allerdings das Ziel erreichen, dass er sich für die andere Seite entscheidet.

Einen vernünftig hohen Preis für ein wertvolles Produkt zu zahlen liegt hier in jedermanns Verantwortung. Was bringt das? Nunja, Laura könnte mit dem Gewinn nicht nur sich selbst entlohnen, sondern auch (und so sieht sie es vor) 50 Prozent davon an die Menschen in Sri Lanka abgeben. Das Geld kann in soziale Projekte vor Ort investiert werden.

Werde was du kannst!
Lauras Inspirationsquelle und Mutmacher-Buch

Laura empfiehlt sonst noch natürlich den Stammtisch zu besuchen!

 

Die Crowdfuning-Aktion von Laura: https://www.startnext.com/yummy.

Yummy Organics wird übrigens von BRUT gefördert. BRUT? Haben wir doch schon irgendwann mal was von gehört!

Marketing Madam Lisa Ringen: Warum wir eine bessere Software-Architektur verdienen

Unser nächster Gast war Lisa Ringen. Sie hat sich vor kurzem als Marketing Madam selbstständig gemacht und unterstützt zudem einige Start-ups bei der Umsetzung (ethisch-korrekter) Marketingmaßnahmen. Zuvor war sie u.a. für Jimdoo tätig. Ihre Herzensthemen sind digitale Entgiftung und außerdem wirbt sie für weibliches Empowerment in Bezug auf die Digitalisierung.

Mit der Hilsfwerft kam sie über die WEforFuture Konferenz von Social Business Angel Stephanie Birkner in Kontakt.

Lisa Ringen erklärt!

INTERNET = GUT (aber…!)

Ihr Vortragstitel beim Stammtisch lautete „Warum wir eine bessere Software-Architektur verdienen“. In Lisas Vortrag ging es vor allem über mehr Gerechtigkeit und Facettenreichtum in digitalen Räumen. Anschaulich gestaltete sich der Vortrag insbesondere deswegen, weil Lisa ein paar spannende eigene Anekdoten mitbrachte.

Der Fall Xing

Als Marketing Madam zeigte sie z.B. im Querdenker-Forum von Xing auf, dass die männlichen Berufsbilder und -bezeichnungen bei Xing öfter gesucht und gefunden werden als die der weiblichen Pendants.

Die darauffolgende Diskussion ging in den nächsten 24 Stunden zu Lisas Erstaunen „durch die Decke“. Ein paar Tage später folgte ein Artikel bei der Süddeutschen Zeitung online. Prompt landete der Fall auf der Platz 1 der Prioritäten-Liste der Xing-Entwickler.

Lisas Blogartikel erzählt die Geschichte noch einmal im Detail.

 

Lisa berichtete uns von diesem spannenden Video: Eine weitere kritische Auseinandersetzung darüber, was Internetunternehmen mit unserem Gehirn anstellen bietet das TED Talk Video mit Tristan Harris

Wir haben das Video mal für Euch herausgesucht:

 

Nach dem Fall Xing hat Lisa auch Twitter ins Visier genommen. Lisa findet auffällig, dass Twitter insbesondere auf der Startseite Männer als Zielgruppe hat und eindeutig mehr männliche Profile vorgestellt werden. „Wo zum Teufel sind die Frauen dieser Welt?“, ärgert sich Lisa. Das Publikum motivierte sie im Anschluss, auch diesen Fall einmal näher nachzugehen und auf Veränderung zu drängen.

Die Themen die Lisa anspricht sind auch oder insbesondere ethischer Natur, weil sie sich mit Sittlichkeit auseinandersetzt und sich der Suche nach moralischem Handeln widmet. Lösungen? Neben dem bewährten „einfach mal den Mund aufmachen“ gibt es auch ganz konkrete Vorschläge das Internet etwas lebensgerechter zu machen.

An dieser Stelle stellt Lisa das Ethical Design Manifesto vor. Ein Konzept, dass ein Internet auf Basis der Beachtung von Menschenrechten gewährleistet und Respekt vor dem menschlichen Wesen und Schaffensgeist hat! Schaut mal hier für mehr Informationen rein.

Ethisches Design – Ein Vorschlag von Ind.die

Positive Beispiele von Sozialen Netzwerken aus dem Publikum, die versuchen ein besseres Design umzusetzen, sind beispielsweise…

Diaspora, Ello, Nebenan

Fällt euch noch was ein? 😉

Der Stammtisch, der einen bleibenden Eindruck hinterlässt

Danke für diese inspirierenden Inputs, Laura und Lisa! Spannende Themen, die zum kritischen Denken darüber anregen, wie Soziales, Ethik und Unternehmertum zusammengebracht werden können. Schön, dass es hier nicht nur um das Geldverdienen geht, sondern auch gesellschaftskritische Themen diskutiert werden!

Die Nächsten Termine stehen schon fest: 24. Oktober und 5. Dezember 2017! Wie immer im Karton ab 18 Uhr!

Nach so einem Input ist Gesprächs- und Diskussionsbedarf unter den Gästen garantiert

Seit neuestem gibt es für den Stammtisch ein Anmeldeformular für die Veranstaltung. Also gleich den Termin buchen und in euren Kalender eintragen 🙂

Trete gerne unseren Gruppen bei!

https://www.facebook.com/groups/1872638346149111/

https://www.meetup.com/de-DE/Social-Entrepreneurship-Bremen/

https://www.xing.com/communities/groups/social-entrepreneurship-stammtisch-bremen-1093212

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