BCG Studie Total Societal Impact

Studie der Unternehmensberatung BCG untersucht 300 Unternehmen auf den wirtschaftlichen Nutzen von sozialem und ökologischem Engagement

The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der Unternehmensstrategie. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist heute an 90 Standorten in 50 Ländern vertreten. Weltweit erwirtschaftete BCG im Jahr 2016 mit 14.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 5,6 Milliarden US-Dollar.

Die BCG führte vor kurzer Zeit die Total Societal Impact: A New Lense for Strategy Studie durch, bei der untersucht wurde, ob und wie es einen Zusammenhang zwischen dem sozialen und ökologischen Engagement eines Unternehmens und dessen wirtschaftlichem Erfolg gibt. Dazu wurden mehr als 300 Unternehmen weltweit aus den Branchen Banking, Konsumgüter, Öl und Gas sowie Pharma analysiert. Zudem wurden mehr als 200 qualitative Interviews mit Industrievertretern, Investmentexperten und Mitarbeitern von internationalen Entwicklungsorganisationen und NGOs geführt. Dazu hat sich BCG am Total Social Impact (TSI) als Maßstab für den gesellschaftlichen Nutzen orientiert. Als Beispiel für diese aggregierte Kennzahl dient z.B. der Nutzen des Produkts, gute Geschäftspraktiken oder der ökologische Fußabdruck. Zur Messung hat man sich an klassischen Umwelt- Sozial- und Führungsindikatoren (ESG) als Näherung herangezogen.

Und das Ergebnis dieser Studie ist ganz klar: Gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen rentiert sich.

Denn laut BCG erreichen Top-Performer in spezifischen Total Societal Impact (TSI)-Dimensionen bei sonst gleichen Bedingungen um 3 bis 19 Prozent höhere Unternehmensbewertungen als der Durchschnitt. Außerdem liegen die Margen von Unternehmen mit hohem TSI bei sonst gleichen Bedingungen bis zu 12,4 Prozentpunkte über dem Durchschnitt.

Steigende Erwartungen an soziales Engagement von Unternehmen

Kunden, Mitarbeiter und Regierungen erwarten, dass Unternehmen spürbar mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen – dies ist auch ein wichtiger Bestandteil der 2015 von der UN verabschiedeten Sustainable Development Goals, kurz SDGs. Aber auch bei Investoren gewinnt der Aspekt der sozialen Verantwortung an Bedeutung. „Investoren haben erkannt, welche Auswirkungen Nachhaltigkeit auf die Gewinnentwicklung hat. Unternehmen sollten mehr soziale Verantwortung übernehmen, um ihre Reputation am Markt zu stärken und nicht hinter Wettbewerber zurückzufallen“, erklärt Alexander Baic, Expert Principal für Social-Impact-Themen bei BCG.

Und was jetzt?

Unser Mitgründer Nils Dreyer sieht großes Potenzial für Veränderungen, die durch die BCG Ergebnisse hervorgerufen werden können:

“Die Analysen von BCG zeigen, dass es für Unternehmen auch finanziell attraktiv ist, sich aktiv für soziale Belange und Gemeinwohl einzusetzen. Ich hoffe, dass insbesondere der Deutsche Mittelstand dies zum Anlass nimmt, die gesellschaftliche Rendite ihrer Geschäftsmodelle zu verbessern.”

Doch welche Möglichkeiten gibt es dafür? Grundsätzlich ist die Implementierung von größerer sozialer und ökologischer Verantwortung in Unternehmen erforderlich. Die Umsetzung fällt jedoch einigen Unternehmen schwer. Häufig fehlt schlicht der Zugang zu dieser eher neuen Thematik. Diesem Problem will die Hilfswerft in Zukunft mit einem neuen Veranstaltungsformat begegnen: Dem Zukunftsweiser Forum.

In einem interaktiven Workshop erarbeiten Unternehmer und Führungskräfte, in Kleingruppen, unternehmerische Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft. Erfahrene Unternehmer liefern als Referenten Impulse aus ihrer Praxis und unterstützen die Teams bei der Ausarbeitung ihrer Ideen.

Mehr Informationen zu diesem Veranstaltungsformat gibt es hier. 

Die Ergebnisse aus der BCG-Studie zeigen deutlich, dass es neben den gesellschaftlichen, auch unternehmerische Anreize für gesellschaftliche Verantwortung im Unternehmen gibt. Wir von der Hilfswerft sind schon lange davon überzeugt, dass Unternehmertum zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig sein kann. Die aktuell Studie beweist nun, was wir schon wussten – soziales Unternehmertum lohnt sich, sowohl auf menschlicher, als auch auf unternehmerischer Ebene.

 

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